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Nachhaltigkeitsbericht 2015
veröffentlicht am 13.07.2016

Gemeinsam für faire Arbeitszeiten

Wenn unsere Produzenten gegen die Regelungen für Mehrarbeit verstoßen, suchen wir gemeinsam mit ihnen nach den Ursachen, erarbeiten Lösungen und setzen die Verbesserungen zusammen um.

Was wir von unseren Produktionspartnern fordern

Die Arbeitsstunden müssen den geltenden Gesetzen und Industriestandards entsprechen. Generell dürfen die Arbeiter auf Dauer nicht mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten. Außerdem muss ihnen mindestens ein freier Tag pro Woche gewährt werden. Überstunden dürfen nur freiwillig, aber nicht regelmäßig, geleistet werden. Die Zahl der Überstunden darf die gesetzlichen Bestimmungen nicht überschreiten und dabei auf keinen Fall mehr als 12 Stunden pro Woche betragen. Zudem müssen Überstunden mit einem Zuschlag vergütet werden.


Beanstandungen – überwiegend in der Hauptsaison

Produktion in China

Bei fast allen Audits, die im Jahr 2015 durchgeführt wurden, gab es hierzu Beanstandungen. Der Hauptgrund war, dass die gesetzlichen Regelungen zu Überstunden teilweise weit überschritten wurden. Außerdem haben manche Arbeiter mehr als sieben Tage ohne Unterbrechung gearbeitet, obwohl mindestens ein Ruhetag pro Woche vorgeschrieben ist. Solche Verstöße kommen in der Regel nur in der Hauptsaison vor – in der Nebensaison werden generell weniger Stunden gearbeitet.


Unterschiedliche Gesetze zur Überstundenregelung

In Vietnam beträgt eine reguläre Arbeitswoche 48 Stunden, eine Arbeitswoche hat sechs Tage. Laut geltendem Arbeitsgesetz dürfen in der Bekleidungsindustrie maximal drei Überstunden pro Tag und insgesamt 300 Überstunden im Jahr geleistet werden.

In China hingegen hat eine reguläre Arbeitswoche 40 Stunden, die Standard-Arbeitswoche besteht aus fünf Tagen. Laut Arbeitsgesetz dürfen dort maximal drei Überstunden am Tag und 36 Überstunden im Monat geleistet werden. In China ist es jedoch üblich, dass die meisten Produktionsstätten sechs Tage in der Woche produzieren, das heißt, dass häufig auch samstags gearbeitet wird. Deshalb ist die Grenze laut Arbeitsgesetz schnell überschritten. Dies passiert aus verschiedenen Gründen, wie zum Beispiel durch Fehlplanungen, verspätete Materiallieferungen oder eine zu kurzfristige Auftragsplatzierung.

Bei Gesprächen mit Arbeitern stellen wir immer wieder fest, dass sie gerne einen Tag mehr arbeiten bzw. Überstunden leisten möchten. Dies liegt u. a. auch daran, dass es sich vielfach um Wanderarbeiter handelt, die lediglich aus finanziellen Gründen an den jeweiligen Produktionsort gekommen sind. In dieser Zeit möchten sie so viel Geld wie möglich verdienen und anschließend zu ihren Familien, die meist auf dem Land leben, zurückkehren. Dennoch ist es uns wichtig, dass die Produzenten die gültigen Arbeitsschutzgesetze einhalten.

Bei jedem Audit der FWF sowie bei den Vor-Ort-Besuchen unseres CSR-Teams wird geprüft, ob die geleisteten Überstunden korrekt entlohnt und freiwillig geleistet werden. Siehe auch: Existenzsichernde Löhne und Nein zu Zwangsarbeit


Ursachen erkennen – Verbesserungen umsetzen

Wenn während des Audits bei einem unserer Produzenten exzessive Arbeitsstunden festgestellt werden, suchen wir gemeinsam mit ihm nach den Ursachen. Stellen wir dabei fest, dass die Ursachen in unserer Verantwortung liegen, leiten wir unverzüglich Maßnahmen zur Abhilfe ein. In diesem Zusammenhang kann sich zum Beispiel herausstellen, dass wir unsere Planungsprozesse überarbeiten müssen, um die Mengen der bestellten Produkte besser auf das ganze Jahr verteilen zu können. Auf diese Weise können wir zur Verbesserung der Überstundensituation beitragen.


Gemeinsam Überstunden reduzieren

Überstunden können nur reduziert werden, wenn die Ursachen dafür bekannt sind. Deshalb haben wir mit einem unserer Produzenten ein Pilot-Projekt zum Thema Überstunden gestartet. Mit diesem Projekt verfolgen wir das Ziel, die Ursachen der Überstunden zu analysieren, um diese langfristig zu reduzieren.



Details Überstunden Projekt

Das Projekt führen wir mit dem Produzenten durch, der bei der Auswertung der exzessiven Arbeitszeit die meisten Überstunden aufgezeigt hat. Aus diesem Grund haben wir ihn ausgewählt. Nachdem wir im Vorfeld intensive Gespräche zu den Inhalten und zum Ziel des Projekts mit ihm geführt hatten, stimmte er zu, daran teilzunehmen und gemeinsam mit VAUDE an der Reduzierung der Überstunden zu arbeiten.

Die CSR-Mitarbeiter von VAUDE haben ein Tool entwickelt, mit dem sowohl die Arbeitszeit als auch die Zahl der Überstunden in den Abteilungen Zuschnitt, Näherei und Verpackung erfasst werden können. In diesen Abteilungen fallen erfahrungsgemäß die meisten Überstunden an. Wenn die Daten erfasst sind, analysieren wir gemeinsam, aus welchem Grund die Überstunden ggf. angefallen sind. Jeden Monat bespricht der VAUDE CSR-Mitarbeiter die Auswertung mit dem Produzenten, um die entsprechenden Maßnahmen abzuleiten.

Über das Ergebnis des Projekts werden wir im nächsten Nachhaltigkeitsbericht berichten, da es bis Ende 2016 laufen wird.

GRI:   G4-LA 15
Erhebliche tatsächliche und potentielle negative Auswirkungen auf Arbeitspraktiken in der Lieferkette und ergriffene Maßnahmen
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