EN
Suche
Bericht durchsuchen
 
Nachhaltigkeitsbericht 2016
veröffentlicht am 01.08.2017

Upcycling – wir retten wertvolle Materialien vor der Restmülltonne

In jedem Unternehmen, in jeder Produktion entstehen Reste. Aber bei weitem nicht alles, was im Restmüll landet, ist auch wirklich Müll. Wir sind überzeugt davon, dass durch kreative Ideen aus vermeintlichem Müll wertvolle Ressourcen für neue tolle Unikate entstehen können. Deshalb bauen wir eine Upycling-Manufaktur auf und können so unsere Restmaterialien vor der Mülltonne retten.

Upcycling@VAUDE: Was passiert bei uns?

Gemeinsam mit Geflüchteten haben wir 2016 in Nähworkshops Shoppertaschen aus Materialresten aus unserer Manufaktur hergestellt.

Shoppertaschen aus Materialresten aus der Manufaktur

2016 haben wir in sechs Nähworkshops mit Geflüchteten Shoppertaschen aus Materialresten unserer Manufaktur hergestellt. Die produzierten Taschen haben wir bei einer Verkaufsaktion im VAUDE Store Ravensburg und in unserem Outlet in Metzingen angeboten. Der Erlös floss als Spende für ein gemeinsames Projekt an das Asylnetzwerk Tettnang zurück. Der Marktcheck zeigte, dass die Taschen bei den Konsumenten gut ankommen. Deshalb planen wir nun, die Taschen in unserer neuen Upcycling-Manufaktur durch die Schaffung neuer Stellen für Geflüchtete zu produzieren. 


Mehr zu unserem Engagement für Geflüchtete findest Du hier

Aus unseren alten Werbebannern werden in einer deutschen Näherei coole Turnbeutel hergestellt, die Du in den VAUDE Stores kaufen kannst.

Coole Turnbeutel aus alten Werbebannern

In unseren VAUDE Stores kannst Du coole upgecycelte Turnbeutel kaufen. Diese werden aus alten Werbebannern in einer Näherei in Deutschland hergestellt.

Hier findest Du unsere Stores.


Upcycling-Turnbeutel in unseren VAUDE Stores

Gemeinsam mit Schulen haben wir schon zahlreiche Upcycling-Projekte gemacht und so die Schüler für das Thema sensibilisiert und begeistert.

Seit mehreren Jahren betreuen wir im Rahmen des Projekts „Umweltprofis von morgen“ Schüler des Technischen Gymnasiums Ravensburg bei der Entwicklung eines nachhaltigen Geschäftsmodells. 2016 und 2017 beschäftigen sich die Schüler mit Ideen zum Upcycling von VAUDE Materialresten. Mehr dazu hier

2016 haben vier Schülerinnen aus alten Werbebannern und gebrauchten Produkte, die im Produktservice nicht repariert werden können, Täschchen entwickelt und produziert. Diese können beispielsweise als Mäppchen oder Kosmetiktäschchen benutzt werden.


Nachhaltigkeit auf die Tasche gebracht

2017 entwickelt eine weitere Gruppe von Schülerinnen Kopfhörerhalter aus Materialresten aus der Manufaktur.


Roterfaden Taschenbegleiter mit gebrauchtem Zeltmaterial

Gebrauchte VAUDE Zeltmaterialien aus Zelten, die im Reparaturservice nicht mehr repariert werden können, bekommen ein neues Leben in den Taschenbegleitern von Roterfaden geschenkt.


TASCHENBEGLEITER ST_17

Die innovativen Produkte werden zu 100 % in Handarbeit in Deutschland gefertigt.
Hier findest du den Taschenbegleiter mit dem gebrauchten VAUDE Zeltmaterial.


 
 

Weitere Upcycling-Projekte

Kostüme für Tanzveranstaltung aus VAUDE Restmaterialien

Eine belgische Schule hat Kostüme für ihre Tanzveranstaltung aus VAUDE Restmaterialien gebastelt.

Taschen aus VAUDE Restmaterialien

gefertigt von einer katholischen Hilfsorganisation in Kralup an der Moldau, Tschechien

Gamaschen aus VAUDE Restmaterialien

gefertigt von einer katholischen Hilfsorganisation in Kralup an der Moldau, Tschechien

Darauf aufbauend planen wir eine innerbetriebliche Upcycling-Manufaktur mit Materiallager und Herstellung eigener Upcycling-Produkte aufzubauen und in einem zweiten Schritt eine externe Materialbörse in Kooperation mit weiteren Unternehmen und Schulen zu gründen.

Upcycling-Manufaktur und Materialbörse

Natürlich fallen auch bei uns Restmaterialien an. Zum Beispiel in unserer Manufaktur: Sortenreines Polyethylen und Polyamid werden der Kunststoffaufbereitung für die Herstellung vollwertiger Sekundärrohstoffe übergeben. Der Großteil der Produktionsabfälle von VAUDE landet aber im Restmüll. Diese bestehen meist aus textilen Reststoffen, Verschnitten, Ausschüssen und allgemeinen Überresten.


Weitere Beispiele: Im Produktservice entsteht Restmüll durch irreparable Produkte. Außerdem haben wir alte Produktprototypen und verwertbare Abfälle aus der Küche und Logistik. 


Mehr dazu „Abfall


Wir haben uns deshalb die Frage gestellt, wie sich diese Reststoffe wiederverwenden lassen, ohne dass die hochwertigen Reststoffe an Wert verlieren. In vielen Projekten haben wir Erfahrungen und Ideen gesammelt. Jetzt planen wir eine innerbetriebliche Upcycling-Manufaktur mit Materiallager und Herstellung eigener Upcycling-Produkte aufzubauen und in einem zweiten Schritt eine externe Materialbörse in Kooperation mit weiteren Unternehmen und Schulen zu gründen. Wir haben schon viele Produktideen, z. B. Shoppertaschen (siehe unten), deren Umsetzung wir 2017 angehen wollen.


Wir möchten mit gutem Beispiel vorangehen und eine aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Sicht sinnvolle Verwendung von Reststoffen etablieren.

Auch aus übrig gebliebenen Materialien bei unseren Produzenten, sogenannten Leftovers, lassen sich noch sinnvolle Sachen herstellen, wie beispielsweise die Umkleidevorhänge in unseren VAUDE Stores

Neue Produkte aus Produktions-Leftover

Auch in den Produktionsbetrieben, die wir für die Herstellung unserer Produkte beauftragen, fallen Materialreste, sogenannte Leftover, an. Aus größeren Leftover-Mengen lassen wir Sondermodelle produzieren.

Auch in unseren VAUDE Stores setzen wir bei der Ausstattung auf Upcycling von Leftover-Materialien. So sind beispielsweise die Vorhänge für die Umkleidekabinen aus übrig gebliebenen Packs ‘n Bags Materialen hergestellt worden. Auch die Bügelanhänger für die Kennzeichnung zum „Sale“ wurden aus Leftover-Material gefertigt.

Umkleidevorhang im VAUDE Store aus leftover Material

Bisher haben wir leider noch keine Weiterverwendungsmöglichkeit von kleineren Leftover-Mengen. In der Regel ist es auch mit großem Aufwand und Kosten verbunden, z. B. aus zollrechtlichen Gründen, diese weiterzuverarbeiten oder als Materialien zu uns an den Hauptsitz zu holen. Nachdem wir unsere interne Upcycling-Struktur und die Materialbörse aufgebaut haben, wollen wir uns diesem Thema intensiver widmen.

Warum ist Upcycling ein wichtiges Thema für uns?

Europa ist aufgrund seiner Produktionsstärke einer der Kontinente mit dem höchsten Ressourcenverbrauch. Gerade Deutschland spielt als wirtschaftsstärkstes Land der EU hierbei eine besondere Rolle. Bei der Herstellung von Produkten sind Abfälle in der Produktion unvermeidbar. So sind in Deutschland 2008 beispielsweise 56,4 Mio. Tonnen an Produktionsabfällen in der Industrie und im Gewerbe entstanden, Tendenz steigend.*

Dieser massive Verbrauch von Ressourcen und die Mengen an Abfall haben einen negativen Effekt auf die Umwelt: Zum einen werden begrenzte Ressourcen verschwendet. Zum anderen stellen einige Abfälle eine ernste Lebensbedrohung für die Tierwelt dar, beispielsweise, wenn Plastiktüten oder Kunststoff-Mikro-Partikel in die Ozeane gelangen. Nicht zuletzt können bei der nicht fachgerechten Entsorgung von Abfällen gefährliche Substanzen in die Umwelt gelangen.

Nach deutschem Recht sind die Produzenten selbst für eine umweltgerechte Entsorgung verantwortlich. Es gilt der Grundsatz, der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht. Wir haben uns deshalb zum Ziel gesetzt, unseren Restmüll zu reduzieren. Daran arbeiten wir konsequent von zwei Seiten: möglichst wenig Müll in unserer Produktion und Verwaltung zu produzieren und Restmaterialien durch Upcycling ein neues Leben zu schenken.
Mehr dazu: „Ziel: Restmüll reduzieren“ und „Verpackungen


Upcycling vs. Downcycling

Zurzeit werden ca. 82 % der Abfälle weiterverwertet*. Abfall verwerten bedeutet, dass Rohstoffe und Energie in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden. Die am meisten verbreitete Form des Recyclings ist die Verbrennung der Abfälle zur Energiegewinnung. Hochwertige Reststoffe werden dabei in ein qualitativ schlechteres Endprodukt umgewandelt.** Aus diesem Grund werden solche Prozesse als Downcycling bezeichnet. Es gibt aber auch nachhaltigere und sinnvollere Wege, diese Reststoffe weiterzuverwenden als einen aufwendigen Downcyclingprozess. Die Idee ist, aus Reststoffen neue Produkte herzustellen, die einen gleichwertigen bzw. höheren Wert als die verwendeten Reststoffe haben. Die Umwandlung scheinbar nutzlosen Abfalls in neuwertige Stoffe wird als Upcycling bezeichnet.


*http://www.bmub.bund.de/themen/wasser-abfall-boden/abfallwirtschaft/abfallarten-abfallstroeme/produktionsabfaelle/


**https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/downcycling_2007.htm


GRI:   G4-EN4
Energieverbauch außerhalb der Organisation
Kontakt
Seite Teilen auf
Wer schreibt diesen Bericht?
Mehr erfahren