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Nachhaltigkeitsbericht 2017
veröffentlicht am 01.08.2018

Mikroplastik im Meer

2050 wird es mehr Plastik als Fisch in den Weltmeeren geben, wenn wir so weitermachen. Verantwortlich dafür sind wir alle gemeinsam. Auch für die Lösung dieses Problems.

Mehr Plastik als Fisch

Experten gehen von bis zu 12 Millionen Tonnen Kunststoff-Abfällen aus, die jedes Jahr in unsere Weltmeere gelangen. Auch wenn wir in unserer „westlichen“ Industriewelt viel zu viel Plastikmüll produzieren: Zumindest haben die meisten Industrieländer in Europa und Amerika eine einigermaßen funktionierende Abfallentsorgung.


In Asien dagegen fehlt oft jegliche Infrastruktur, über die Kunststoffe gesammelt und sinnvoll weiterverwertet werden – sei es auch nur als Brennstoff für die Strom- oder Wärmeerzeugung.


Plastic Waste

Quelle: http://www.grida.no/resources/6931

 
 

Da unsere wichtigsten Produktionsländer in Asien liegen, sind wir mit dafür verantwortlich und müssen unseren Beitrag zur Lösung des Problems leisten. Wir arbeiten daran, unsere Lieferanten für das Thema zu sensibilisieren, und wir unterstützen unseren Kooperationspartner WWF Deutschland dabei, ein Netzwerk für Abfallentsorgung im Mekong-Delta aufzubauen.


Mikroplastik – mini Partikel mit maxi Umweltschaden

Neben dem meist großformatigen Plastikmüll, der vom Land aus ins Meer gelangt und sich dort sehr langsam zersetzt, haben wir als Outdoor-Marke ein besonderes Problem: Winzige Faserpartikel, die sich aus unseren Produkten lösen, zu klein für normale Filter in Kläranlagen sind und so als Mikroplastik in die Meere geraten.


Da unsere Produkte in der Regel aus Kunstfasern wie Polyamid oder Polyester bestehen, tragen wir damit ungewollt auch zum Meeresmüll bei.


Das Tragische an den Mikropartikeln ist nicht nur, dass sie extrem haltbar sind und hunderte von Jahren brauchen, um sich abzubauen: Problematisch ist außerdem, dass sie meist nicht an der Wasseroberfläche treiben, sondern irgendwo zwischen Oberfläche und Meeresboden. Meerestiere verwechseln sie mit Nahrung und verhungern mit dem Magen voll mit Plastik. Über die Nahrungskette reichern sie sich in größeren Tieren an und gelangen so auch in Lebensmittel für uns Menschen.



VAUDE Eunomia Marine Litter MED

Quelle: http://www.eunomia.co.uk/reports-tools/plastics-in-the-marine-environment/

 
 

Weltweite Produktion von synthetischen Fasern steig rasant

Als Hersteller von Outdoor-Produkten nutzen auch wir die vielen Vorteile und funktionellen Eigenschaften von Kunstfasern wie Polyester und Polyamid. Global gesehen steigt die Produktion von Kunstfasern deutlich an. Das bedeutet, es gelangt jedes Jahr mehr Plastik in Form von Textilfasern in unsere Umwelt.

 
 
Innovation in Fabric Materials FG2

Quelle siehe: https://www.theatlas.com/charts/Hyc6L6Kn

Problem an der Wurzel packen

Natürlich macht es uns betroffen, dass unsere Produkte die Verschmutzung der Umwelt mit Mikropartikeln mit verursachen. Wir wollen das Problem an der Wurzel anpacken, sprich an den Materialien, die wir verarbeiten: Sie sollen entweder keine Mikropartikel verlieren, oder nur solche, die sich biologisch abbauen. Oder beides … bei voller Funktionalität natürlich. Wir haben schon ein paar vielversprechende erste Ansätze gefunden, die wir gerade testen.


Um hier mit vereinten Kräften voranzukommen, haben wir ein großes Forschungsprojekt initiiert: Am 1. September 2017 fiel der Startschuss für das Verbundprojekt „TextileMission“, an dem VAUDE aktiv mitwirkt. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Belastung der Umwelt durch Mikroplastikpartikel zu reduzieren, die Textilien aus Synthetik-Fasern bei der Haushaltswäsche freisetzen.


„TextileMission“ läuft über einen Zeitraum von drei Jahren und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderschwerpunktes „Plastik in der Umwelt – Quellen, Senken, Lösungsansätze“ mit rund 1,7 Millionen Euro gefördert.

Als Projektpartner bringen neben VAUDE folgende Organisationen aus der Sportartikel-Industrie, der Waschmaschinen- und der Waschmittelbranche, der Forschung und dem Umweltschutz ihr jeweiliges Know-how in das Vorhaben ein:

  • die adidas AG,
  • der Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V. (BSI) als Projektkoordinator,
  • die Henkel AG & Co. KG aA,
  • die Hochschule Niederrhein,
  • die Miele & Cie. KG,
  • Polartec LLC,
  • die TU Dresden und
  • der WWF Deutschland.


Im Fokus: Textilproduktion und Kläranlagentechnologie

TextileMission verfolgt einen interdisziplinären Forschungsansatz, der zwei Lösungswege
besonders in den Fokus rückt. Zum einen sollen durch textiltechnische Forschung und die Optimierung von Produktionsprozessen Textilien entwickelt werden, welche einen deutlich geringeren Mikropartikelausstoß als bisher aufweisen. Dabei arbeiten wir gemeinsam mit den Textilforschern der Hochschule Niederrhein und den Kooperationspartnern Adidas und Polartec an umweltschonenden Alternativen.

Zum anderen arbeitet die TU Dresden an der Optimierung der Kläranlagentechnologie sowie der Entwicklung einer Filtrationsanlage in Kooperation mit den Industriepartnern Henkel und Miele. Mit Hilfe der verbesserten Technologie können durch Waschtests an der Hochschule Niederrhein systematisch Daten zum Ausmaß und der Reichweite des Mikropartikelausstoßes unterschiedlicher Textilien erhoben werden.

Unterstützt wird die Forschung durch die ganzheitliche Bewertung von Lösungsstrategien aus Naturschutz- und Umweltsicht vom WWF Deutschland sowie die wissenschaftliche Begleitung und Öffentlichkeitsarbeit des Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V..

 
 
Gruppenfoto Verbundtreffen HS Niederrhein

2. Verbundprojekttreffen der „TextileMission“ an der Hochschule Niederrhein, Februar 2018
Foto: Hochschule Niederrhein/ Roman Bracht

UPDATE!
Zu diesem Thema gibt es aktuelle Informationen:
Zur News vom 15. Januar 2018 Weiterlesen
GRI:   103
Managementansatz
GRI:   306-5
Durch Abwassereinleitungen oder Oberflächenabfluss belastete Gewässer
GRI:   306-2
Abfall nach Art und Entsorgungsmethode
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