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Nachhaltigkeitsbericht 2016
veröffentlicht am 01.08.2017

Die 10 Eckpunkte der Gemeinwohl-Ökonomie und wie wir bei VAUDE dazu stehen


1. Die Gemeinwohl-Ökonomie ist der Aufbruch zu einer ethischen Marktwirtschaft, deren Ziel nicht die Vermehrung von Geldkapital ist, sondern das gute Leben für alle.

VAUDE ist ein Familien-Unternehmen, das seine Verantwortung für den Menschen und die Umwelt ernst nimmt. Die Kraft unserer Marke und die Wertigkeit unserer Produkte ist unser höchstes Gut. Deshalb orientieren wir uns bei VAUDE bereichsübergreifend an unseren definierten Werten – und nicht an kurzfristigen Gewinnmaximierungen.

2. Sie setzt die Menschenwürde, die Menschenrechte und die ökologische Verantwortung als Gemeinwohlwerte auch in der Wirtschaft um.

Bei allem, was wir tun, übernehmen wir Verantwortung: gegenüber unseren Mitmenschen, unserer Umwelt und nachfolgenden Generationen. Als nachhaltig handelndes Unternehmen orientieren wir uns an langfristigen und zukunftsfähigen sowie ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Zielen.

Soziale Gerechtigkeit ist uns bei VAUDE sehr wichtig. Daher achten wir sehr darauf, dass unsere Produzenten die Menschenrechte einhalten und ihren Mitarbeitern faire Arbeitsbedingungen bieten. Um ein unabhängiges Monitoring der Arbeitsbedingungen in den Produktionsbetrieben zu gewährleisten, ist VAUDE seit 2010 Mitglied in der unabhängigen Organisation „Fair Wear Foundation“ (FWF). Unser Ziel ist es, im Austausch mit den Experten der „Fair Wear Foundation“ und anderen Mitgliedsunternehmen eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in unseren Produktionsbetrieben zu erreichen.

Wir wollen unsere Produkte mit möglichst geringen ökologischen Auswirkungen herstellen lassen. Durch unsere bluesign® Systempartnerschaft bekommen wir hierzu ein hohes Maß an Sicherheit.

Unser Hauptsitz in Süddeutschland ist EMAS/ISO14001 zertifiziert. Seit 2011 erstellen wir eine vollständige Klimabilanz, die als Entscheidungsgrundlage für Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen und als Berechnungsbasis für unsere Klimakompensation dient.

3. Wie diese Werte im unternehmerischen Alltag gelebt werden können, zeigt die Gemeinwohl-Matrix. Sie wird laufend weiterentwickelt und soll demokratisch entschieden werden.

Die GWÖ-Matrix bildet alle gemeinwohl-relevanten ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekte eines Unternehmens ab. Diese Aspekte berücksichtigen wir in der VAUDE Nachhaltigkeitsstrategie.

4. Anhand der Matrix erstellen die Unternehmen eine Gemeinwohl-Bilanz. Im Gemeinwohl-Bericht erklären sie die Umsetzung der Gemeinwohlwerte sowie ihr Entwicklungspotential und nehmen eine Bewertung vor. Bericht und Bilanz werden extern überprüft und veröffentlicht. Damit werden die Leistungen für das Gemeinwohl bekannt gemacht.

VAUDE stimmt grundsätzlich mit den Inhalten der GWÖ überein. Wir sind 2013 Mitglied in der GWÖ geworden und drücken damit unsere Unterstützung aus. VAUDE hat 2011 zum ersten Mal eine Bilanz und einen Bericht erstellt und von einem Auditor überprüfen lassen. Ende 2017 werden wir sowohl unseren Bericht als auch die Bilanz aktualisieren, nach der neuesten Version auditieren lassen und in 2018 veröffentlichen.

Neben dem VAUDE Nachhaltigkeitsbericht bieten wir damit einen weiteren ehrlichen Einblick in unser Unternehmen und stellen den VAUDE-Beitrag zum Gemeinwohl transparent dar.

5. Gesellschaftliche Unterstützung erfahren Gemeinwohl-Unternehmen zunächst am Markt durch VerbraucherInnen, KooperationspartnerInnen und gemeinwohlorientierte GeldgeberInnen.

Das Bewusstsein für ökologische und soziale Themen ist beim Konsumenten und im Fachhandel in den letzten Jahren stark gestiegen. Das ist ebenso erfreulich wie es notwendig ist. VAUDE gilt häufig als glaubwürdig nachhaltige Marke und zu diesen Themen als „Best Practice“, und unsere Produkte werden häufig explizit aus diesem Grund gekauft.


Trotzdem - oder gerade deshalb – agieren wir täglich in mehreren Spannungsfeldern, etwa zwischen Nachhaltigkeit und technischer Performance der Produkte oder zwischen Nachhaltigkeit und dem Produktpreis. Manchmal schaffen wir eine win-win-Situation für alle Seiten durch mehr Nachhaltigkeit. Manchmal lassen sich gegenläufige Zielsetzungen aber auch einfach nicht miteinander vereinbaren. Dann müssen wir Kompromisse machen. VAUDE ist ein Wirtschaftsunternehmen und vom Gewinn abhängig, den wir durch den Verkauf unserer Produkte erwirtschaften. Uns ist wichtig, dass wir unser Handeln immer sorgfältig im Sinne des Gemeinwohles prüfen und im Falle von Kompromissen, immer ehrlich und selbstkritisch darüber reden.


Dass unser Engagement in Sachen Nachhaltigkeit glaubwürdig ist, zeigt unsere Partnerschaft mit dem WWF Deutschland und dem Deutschen Alpenverein (DAV), die uns als Partner ausgewählt haben.

6. Als Ausgleich für überdurchschnittliche Leistungen zum Gemeinwohl sollen Gemeinwohl-Unternehmen rechtliche Vorteile bei Steuern, Krediten und öffentlichen Aufträgen sowie im internationalen Handel erhalten.

Es ist wünschenswert und notwendig, dass sich Unternehmen nachhaltig engagieren. Wir halten es daher für erstrebenswert, dass nachhaltiges Engagement durch rechtliche Vorteile gefördert wird, um einerseits Aufwand und Kosten auszugleichen und andererseits mehr Unternehmen dazu anzuregen, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung in der Praxis gerecht zu werden. Die Gemeinwohl-Ökonomie eignet sich gut, um das CSR-Engagement von Unternehmen zu messen und zu bewerten.

Wichtige Stakeholder für VAUDE sind die Banken. Nach deren Rating ergeben sich die Finanzierungsmöglichkeiten für VAUDE. Auch hier spüren wir, dass Nachhaltigkeitsthemen immer mehr an Bedeutung gewinnen, gleichzeitig aber traditionelle finanzielle Indikatoren wichtig bleiben. Auch dies ist ein Spannungsfeld mit manchmal gegenläufigen Zielsetzungen, bei dem wir uns eine klarere Orientierung durch Politik und Rechtsnormen in Richtung Nachhaltigkeit wünschen.

7. Unternehmensgewinne dienen der Stärkung der Unternehmen sowie der Einkommenserzielung und der Alterssicherung der UnternehmerInnen und der Beschäftigten, nicht aber der Vermögensvermehrung externer KapitalgeberInnen. So gelangen die UnternehmerInnen zu Freiräumen für gemeinwohlorientiertes Wirtschaften, frei vom Druck zu größtmöglicher Kapitalrendite.

Unternehmen, die externen Kapitalgebern gehören, stehen oft unter hohem wirtschaftlichen Druck, weil ihre Kapitalgeber / Shareholder eine möglichst hohe Dividende erwarten. Für den einzelnen Investor ist das verständlich, aber dem Gemeinwohl dient das oft nicht: Unternehmensentscheidungen zugunsten besseren Umweltschutzes oder mehr sozialer Verantwortung "lohnen" sich finanziell häufig nicht sofort. Der Druck, möglichst hohen Profit auszahlen zu können, kann sich nachteilig darauf auswirken, wie gemeinwohlorientiert ein Unternehmen handelt.

VAUDE ist zu 100 Prozent ein Familienunternehmen, und es sind keine externen Kapitalgeber an dem Unternehmen beteiligt. Unternehmensgewinne können so zu einem großen Teil ins Unternehmen reinvestiert werden und die Unternehmensziele - auch zu Umweltschutz und sozialer Verantwortung - weiter vorangetrieben werden.

Die Gesellschafterversammlung besteht aus der Gründerfamilie von Dewitz. Es finden also keine Gewinnausschüttungen an externe Eigentümer statt.

8. Dadurch schwindet der Drang zum Wirtschaftswachstum. Es öffnen sich Möglichkeiten für ein erfülltes Leben bei Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. In der Arbeit können sich Wertschätzung und Fairness sowie Kreativität und Kooperation besser entfalten.

VAUDE ist ein stark werteorientiertes Unternehmen und wir leben diese Werte im täglichen Miteinander. Zwei unserer zentralen Werte sind Vertrauen und Wertschätzung: Wir vertrauen unseren Mitarbeitern und unterstützen, fördern und fordern sie, damit sie ihre bestmögliche Leistung erbringen können und wollen.

Wir engagieren uns weit über das reine Gewinnstreben hinaus nachhaltig bei unterschiedlichen Stakeholdern, wie z. B. dem WWF Deutschland, DAV oder der EOCA (European Outdoor Conservation Association). Nichtsdestotrotz bewegen wir uns als Wirtschaftsunternehmen in dem sehr kompetitiven Rahmen der internationalen Outdoorbranche. Um zu garantieren, dass wir eigenständig und unabhängig bleiben, müssen wir zunächst weiter wachsen und unsere Eigenkapitalquote erhöhen. Grundsätzlich stimmen wir der GWÖ aber zu, dass Wachstum kein Wert an sich ist.

9. Mit der Begrenzung von Vermögensungleichheiten steigen die Chancen für die gleichberechtigte Teilhabe aller am wirtschaftlichen und politischen Leben.

Grundsätzlich ist VAUDE für eine soziale Marktwirtschaft, bei der die Einkommensunterschiede wirklich auf einer begründeten Basis stehen und Gleichbehandlung gilt. Deswegen hat VAUDE eine neue Gehaltssystematik eingeführt, um das Thema noch transparenter und klarer zu machen. Mitarbeiter, die vergleichbare Tätigkeiten ausüben, sollen ein vergleichbares Gehalt bekommen.

Chancengleichheit ist uns auch in den Produktionsstätten außerhalb von Deutschland ein Anliegen. Deshalb arbeiten wir dort eng mit der Fair Wear Foundation zusammen.

10. Die Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung lädt dazu ein, die Verwirklichung der genannten Werte in Wirtschaft und Gesellschaft mitzugestalten. Alle Ideen für eine zukunftsfähige Wirtschaftsordnung sollen in demokratischen Prozessen entwickelt, vom Souverän entschieden und in der Verfassung verankert werden.

Demokratische Prozesse sind auch für VAUDE ein wichtiges Thema. Deswegen wurde ein partizipatives Modell durch eine Konsens- und Vertrauenskultur eingeführt. Dieses wird mit den Führungskräften ausgearbeitet und kontrolliert.

In vielen Themen engagieren wir uns gemeinsam mit unseren Wettbewerbern auf internationaler Ebene und stellen unser Know-how und unsere Erfahrungen in großem Umfang zur Verfügung (z. B. mit der Fair Wear Foundation oder dem Higg Index).

VAUDE sieht das Verankern einer zukunftsfähigen sowie sozial und ökologisch nachhaltigen Wirtschaftsordnung in die Verfassung als eine gesamtpolitische und gesellschaftliche Aufgabe. Hierbei setzen wir uns sowohl in politischen Gesprächsrunden oder Veranstaltungen als auch in Branchenverbänden für eine nachhaltige Entwicklung ein.

 
 
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