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Nachhaltigkeitsbericht 2017
veröffentlicht am 01.08.2018

Die 10 Eckpunkte der Gemeinwohl-Ökonomie und wie wir bei VAUDE dazu stehen


1. Die Gemeinwohl-Ökonomie ist der Aufbruch zu einer ethischen Marktwirtschaft, deren Ziel nicht die Vermehrung von Geldkapital ist, sondern das gute Leben für alle.

VAUDE ist ein Familien-Unternehmen, das seine Verantwortung für den Menschen und die Umwelt ernst nimmt. Die Kraft unserer Marke und die Wertigkeit unserer Produkte ist unser höchstes Gut. Deshalb orientieren wir uns bei VAUDE bereichsübergreifend an unseren definierten Werten – und nicht an kurzfristigen Gewinnmaximierungen. Es ist durchaus eine Herausforderung für uns das im bestehenden Wirtschaftssystem zu tun. Die staatlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen den sozialen und ökologischen Mehrwert nicht beispielsweise in der Steuergesetzgebung.

2. Sie setzt die Menschenwürde, die Menschenrechte und die ökologische Verantwortung als Gemeinwohlwerte auch in der Wirtschaft um.

Bei allem, was wir tun, übernehmen wir Verantwortung: gegenüber unseren Mitmenschen, unserer Umwelt und nachfolgenden Generationen. Dabei berücksichtigen wir die komplette Lieferkette unserer Produkte und Dienstleistungen. Als nachhaltig handelndes Unternehmen orientieren wir uns an langfristigen und zukunftsfähigen sowie ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Zielen.

3. Wie diese Werte im unternehmerischen Alltag gelebt werden können, zeigt die Gemeinwohl-Matrix. Sie wird laufend weiterentwickelt und soll demokratisch entschieden werden.

Die GWÖ-Matrix bildet alle gemeinwohl-relevanten ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekte eines Unternehmens ab. Diese Aspekte berücksichtigen wir in der VAUDE Nachhaltigkeitsstrategie.

4. Anhand der Matrix erstellen die Unternehmen eine Gemeinwohl-Bilanz. Im Gemeinwohl-Bericht erklären sie die Umsetzung der Gemeinwohlwerte sowie ihr Entwicklungspotential und nehmen eine Bewertung vor. Bericht und Bilanz werden extern überprüft und veröffentlicht. Damit werden die Leistungen für das Gemeinwohl bekannt gemacht.

VAUDE stimmt grundsätzlich mit den Inhalten der GWÖ überein. Wir sind 2013 Mitglied in der GWÖ geworden und drücken damit unsere Unterstützung aus. VAUDE hat 2011 zum ersten Mal eine Bilanz und einen Bericht erstellt und von einem Auditor überprüfen lassen. Für das Geschäftsjahr 2016/2017 haben wir eine zweite Bilanz nach dem Standard 5.0 erstellt und auditieren lassen.

Neben dem VAUDE Nachhaltigkeitsbericht bieten wir damit einen weiteren umfassenden Einblick in unser Unternehmen und stellen den VAUDE-Beitrag zum Gemeinwohl transparent dar.

5. Gesellschaftliche Unterstützung erfahren Gemeinwohl-Unternehmen zunächst am Markt durch VerbraucherInnen, KooperationspartnerInnen und gemeinwohlorientierte GeldgeberInnen.

Das Bewusstsein für ökologische und soziale Themen ist beim Konsumenten und im Fachhandel in den letzten Jahren stark gestiegen. Das ist ebenso erfreulich wie es notwendig ist. VAUDE gilt häufig als glaubwürdig nachhaltige Marke und zu diesen Themen als „Best Practice“, und unsere Produkte werden häufig explizit aus diesem Grund gekauft.


Trotzdem - oder gerade deshalb – agieren wir täglich in mehreren Spannungsfeldern, etwa zwischen Nachhaltigkeit und technischer Performance der Produkte oder zwischen Nachhaltigkeit und dem Produktpreis. Manchmal schaffen wir eine win-win-Situation für alle Seiten durch mehr Nachhaltigkeit. Manchmal lassen sich gegenläufige Zielsetzungen aber auch einfach nicht miteinander vereinbaren. Dann geben wir nicht auf, sondern suchen nach der besten Lösung für alle Seiten. VAUDE ist ein Wirtschaftsunternehmen und vom Gewinn abhängig, den wir durch den Verkauf unserer Produkte erwirtschaften. Uns ist wichtig, dass wir unser Handeln immer sorgfältig im Sinne des Gemeinwohles prüfen und im Falle der Nicht-Erreichung von Zielen, immer ehrlich und selbstkritisch darüber reden.

6. Als Ausgleich für überdurchschnittliche Leistungen zum Gemeinwohl sollen Gemeinwohl-Unternehmen rechtliche Vorteile bei Steuern, Krediten und öffentlichen Aufträgen sowie im internationalen Handel erhalten.

Es ist wünschenswert und notwendig, dass sich Unternehmen nachhaltig engagieren. Wir halten es daher für erstrebenswert, dass nachhaltiges Engagement durch rechtliche Vorteile gefördert wird, um einerseits Aufwand und Kosten auszugleichen und andererseits mehr Unternehmen dazu anzuregen, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung in der Praxis gerecht zu werden. Die Gemeinwohl-Ökonomie eignet sich gut, um das CSR-Engagement von Unternehmen zu messen und zu bewerten.

7. Unternehmensgewinne dienen der Stärkung der Unternehmen sowie der Einkommenserzielung und der Alterssicherung der UnternehmerInnen und der Beschäftigten, nicht aber der Vermögensvermehrung externer KapitalgeberInnen. So gelangen die UnternehmerInnen zu Freiräumen für gemeinwohlorientiertes Wirtschaften, frei vom Druck zu größtmöglicher Kapitalrendite.

Unternehmen, die externen Kapitalgebern gehören, stehen oft unter hohem wirtschaftlichen Druck, weil ihre Kapitalgeber / Shareholder eine möglichst hohe Dividende erwarten. Für den einzelnen Investor ist das verständlich, aber dem Gemeinwohl dient das oft nicht: Unternehmensentscheidungen zugunsten besseren Umweltschutzes oder mehr sozialer Verantwortung "lohnen" sich finanziell häufig nicht sofort. Der Druck, möglichst hohen Profit auszahlen zu können, kann sich nachteilig darauf auswirken, wie gemeinwohlorientiert ein Unternehmen handelt.

VAUDE ist zu 100 Prozent ein Familienunternehmen. Die Gesellschafterversammlung besteht aus der Gründerfamilie von Dewitz und es sind keine externen Kapitalgeber an dem Unternehmen beteiligt. Es finden also keine Gewinnausschüttungen an externe Eigentümer statt. Unternehmensgewinne können so zum überwiegenden Teil ins Unternehmen reinvestiert werden und die Unternehmensziele - auch zu Umweltschutz und sozialer Verantwortung - weiter vorangetrieben werden.

8. Dadurch schwindet der Drang zum Wirtschaftswachstum. Es öffnen sich Möglichkeiten für ein erfülltes Leben bei Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. In der Arbeit können sich Wertschätzung und Fairness sowie Kreativität und Kooperation besser entfalten.

VAUDE ist ein stark werteorientiertes Unternehmen und wir leben diese Werte im täglichen Miteinander. Zwei unserer zentralen Werte sind Vertrauen und Wertschätzung: Wir vertrauen unseren Mitarbeitern und unterstützen, fördern und fordern sie, damit sie ihre bestmögliche Leistung erbringen können und wollen.

Nichtsdestotrotz bewegen wir uns als Wirtschaftsunternehmen in dem sehr kompetitiven Rahmen der internationalen Outdoorbranche. Um zu garantieren, dass wir eigenständig und unabhängig bleiben, müssen wir zunächst weiter wachsen und unsere Eigenkapitalquote erhöhen. Grundsätzlich stimmen wir der GWÖ aber zu, dass Wachstum kein Wert an sich ist.

9. Mit der Begrenzung von Vermögensungleichheiten steigen die Chancen für die gleichberechtigte Teilhabe aller am wirtschaftlichen und politischen Leben.

Grundsätzlich ist VAUDE für ein Wirtschaftssystem, bei der die Einkommensunterschiede wirklich auf einer begründeten Basis stehen und Gleichbehandlung gilt. Deswegen hat VAUDE eine Gehaltssystematik eingeführt, um das Thema noch transparenter und klarer zu machen. Mitarbeiter, die vergleichbare Tätigkeiten ausüben, sollen ein vergleichbares Gehalt bekommen. Chancengleichheit ist uns auch in den Produktionsstätten außerhalb von Deutschland ein Anliegen. Deshalb arbeiten wir dort eng mit der Fair Wear Foundation zusammen.

10. Die Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung lädt dazu ein, die Verwirklichung der genannten Werte in Wirtschaft und Gesellschaft mitzugestalten. Alle Ideen für eine zukunftsfähige Wirtschaftsordnung sollen in demokratischen Prozessen entwickelt, vom Souverän entschieden und in der Verfassung verankert werden.

VAUDE sieht das Verankern einer zukunftsfähigen sowie sozial und ökologisch nachhaltigen Wirtschaftsordnung in die Verfassung als eine gesamtpolitische und gesellschaftliche Aufgabe. Hierbei setzen wir uns sowohl in politischen Gesprächsrunden oder Veranstaltungen als auch in Branchenverbänden für eine nachhaltige Entwicklung ein.

 
 
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