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Nachhaltigkeitsbericht 2017
veröffentlicht am 01.08.2018

VAUDE stärkt Arbeiter in ihren Mitspracherechten

In Deutschland sind Gewerkschaften und Mitarbeitervertretungen eine Selbstverständlichkeit. Mitarbeiter gestalten Prozesse mit und sagen ihre Meinung. In unseren Produktionsländern ist das nicht immer der Fall. VAUDE engagiert sich vor Ort, um Bewusstsein für das Thema bei Arbeitern und dem Management zu schaffen.

Alle unsere Produzenten verpflichten sich, ihren Mitarbeitern in den Produktionsbetrieben Mitspracherechte zu gewähren. Die Verpflichtung sieht so aus:

„Alle Arbeiter sollen das Recht haben, Gewerkschaften zu bilden, ihnen beizutreten oder Kollektivverhandlungen zu führen. Wenn die gesetzlichen Bestimmungen das Gewerkschaftsrecht, wie zum Beispiel in China oder in Vietnam, stark einschränken, soll den Arbeitern eine alternative, unabhängige betriebliche Interessenvertretung ermöglicht werden. Arbeitnehmervertreter dürfen aufgrund ihrer Tätigkeit nicht diskriminiert werden und müssen Zugang zu allen erforderlichen Arbeitsplätzen haben, um ihrer Vertretungsfunktion nachzukommen.“

Überprüfung durch unabhängige Auditoren

Eine reine Verpflichtung reicht natürlich nicht aus. Deshalb werden alle unsere Produzenten regelmäßig von unabhängigen Auditoren, wie denen der Fair Wear Foundation (FWF) überprüft. Dabei prüfen die Auditoren sorgfältig, ob es Verstöße gegen Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Tarifverhandlungen gibt. Dies wird durch Interviews innerhalb und außerhalb der Produktionsstätte und durch Überprüfen von Dokumenten verifiziert.


Fast alle Produzenten wurden bereits von der FWF im Rahmen des „Workplace Education Program“ (WEP) geschult. Hier liegt der Fokus auch auf Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Management.


Ergebnis der Überprüfungen durch die Fair Wear Foundation (FWF)

Die Überprüfungen der FWF zeigen, dass es in diesem Bereich weiterhin viele Beanstandungen gibt. Häufige Beanstandungen sind zum Beispiel:

  • Arbeiter kennen ihre Rechte zur Mitbestimmung nicht.
  • Arbeitnehmervertreter wurden nicht ordnungsgemäß gewählt, sondern vom Management bestimmt.
  • Vorgeschriebene Treffen zwischen Arbeitern und Management werden nicht regelmäßig abgehalten.


Mit diesen Maßnahmen erreicht VAUDE Verbesserungen beim Thema Mitspracherecht

Das Bewusstsein für das Thema ist in den Produktionsländern außerhalb von Deutschland oft nicht vorhanden – deshalb ist es ein stetiger Lernprozess für Arbeiter und Management. Arbeiter und Management sollen wissen, wie man verhandelt und wie gute Dialogstrukturen aussehen. Denn wo es gute interne Kommunikation gibt, können Probleme vermieden oder schneller gelöst werden und so zu guten Arbeitsbedingungen beitragen.

Deshalb haben alle unsere Produktionsstätten in China, Vietnam und Myanmar bereits am sogenannten „Work Education Program“-Training der FWF teilgenommen. 

Das Training wird von Produzenten sowie von den Mitarbeitern gut angenommen. VAUDE übernimmt die Kosten für das Training.


Das WEP-Training der FWF hat folgende Inhalte:


  • Erklärung der geltenden Gesetze
  • Dialog zwischen Mitarbeitern und Management


Die Schulung wird für Mitarbeiter und Management separat durchgeführt. Ein Grund dafür ist, dass die Inhalte zielgruppenspezifisch aufbereitet sind. Der andere Grund ist, dass die Arbeiter, wenn sie unter sich sind, Fragen oder Bedenken eher äußern als in Anwesenheit von Führungskräften.


Mindestens 10-20 % der Arbeiter haben an den WEP Trainings teilgenommen. Die Überprüfungen haben gezeigt, dass die Trainings effektiv waren, denn in 88 % unserer Produktionsstätten kennen mindestens 50 % der Arbeiter die Inhalte des Code Of Labor Practice.


Eigenes VAUDE WEP Schulungs-Team

Unsere CSR Mitarbeiterin in Vietnam ist bereits geschulte WEP Trainerin und hat 2017 die ersten VAUDE WEP Trainings in 3 Produktionsstätten in Vietnam durchgeführt. Unser CSR Mitarbeiter in China wird 2018 seine WEP Trainer Ausbildung abschließen und anschließend die ersten VAUDE WEP Trainings in China durchführen. Dadurch können VAUDE Mitarbeiter während ihrer Fabrikbesuche Arbeiter schulen und zur Sensibilisierung für Arbeitnehmerrechte beitragen.


Wer miteinander redet, weiß mehr vom anderen

Wir befinden uns in ständigem Austausch mit unseren Produzenten und diskutieren die aktuellen Herausforderungen in ihren Ländern. Den Gesprächen konnten wir entnehmen, dass die meisten Produzenten gerne einen intensiveren Austausch mit ihren Arbeitern wünschen, jedoch nicht wissen, wie man das in der Praxis umsetzt. Aus diesem Grund hat unser CSR-Team in Asien damit begonnen, ausgewählte Produzenten bei der Verbesserung des Dialogs mit den Arbeitern zu unterstützen. Dabei steht die Schulung und Durchführung von regelmäßigen Treffen zwischen gewählten Arbeitervertretern und Management im Vordergrund.

GRI:   407-1
Geschäftstätigkeiten und Lieferanten mit signifikantem Risiko in Bezug auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen
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